Eine White-Label-App für das Laden von Elektrofahrzeugen (EV-Laden) ist eine mobile App für EV-Fahrer, die ein Anbieter von Ladesoftware entwickelt und pflegt, die aber an die Marke eines Betreibers angepasst ist. Fahrer nutzen solche Apps, um Ladepunkte zu finden, Ladevorgänge zu starten und zu beenden, zu bezahlen und ihren Ladeverlauf einzusehen.
Mit der App kann ein Ladestationsbetreiber oder E-Mobilitätsanbieter ein Fahrererlebnis unter eigener Marke bieten, ohne mobile Software von Grund auf zu entwickeln und zu pflegen. Sie ist in der Regel die fahrerseitige Ebene eines umfassenderen Ladestationsmanagementsystems (CPMS) und keine eigenständige Anwendung.
Was White-Label beim EV-Laden bedeutet
White-Label ist ein bewährtes Softwaremodell, bei dem ein Unternehmen ein Produkt entwickelt, das ein anderes Unternehmen konfiguriert und unter eigener Marke anbietet.
Beim EV-Laden umfasst White-Label meist mehr als eine einzelne mobile App. Ein Softwareanbieter kann die Backend-Plattform, Portale für Betreiber und Partner, eine Weboberfläche für Fahrer sowie mobile Apps für iOS und Android liefern. Der Ladebetreiber bringt sein eigenes Branding ein und nutzt die Plattform, um Fahrern Services anzubieten.
Der White-Label-Stack von AMPECO umfasst eine Backend-Plattform, gebrandete Geschäftsportale, eine anpassbare Weboberfläche für Fahrer sowie anpassbare Apps für iOS und Android. Mit der mobilen App haben Fahrer am direktesten zu tun, deshalb wird der Begriff „White-Label-App“ oft allein verwendet.
Der Betreiber ist hier ein Ladestationsbetreiber (CPO) oder ein E-Mobilitätsanbieter (eMSP), der ein Ladeerlebnis unter eigener Marke anbieten möchte, ohne mobile Software selbst zu entwickeln. Der Softwareanbieter übernimmt Entwicklung, unterstützte Integrationen, Wartung der Anwendung und laufende Updates.
Hat der Betreiber Roaming über OCPI aktiviert, können Fahrer über die gebrandete App auch Ladepunkte von Partnernetzwerken finden und nutzen. So steigt die Zahl der Standorte, die über den Service des Betreibers verfügbar sind, und Fahrer brauchen weniger Ladekonten.
Warum eine eigene Fahrer-App wichtig ist
Für viele Ladenetzwerke ist die mobile App der wichtigste tägliche Kontaktpunkt mit den Fahrern. Hier finden sie eine Ladestation, bezahlen und entscheiden, ob sich das Netzwerk für eine Rückkehr lohnt.
Wer diese Oberfläche unter eigener Marke betreibt, statt Fahrer in die App eines Dritten zu schicken, kann direkte Kundenbindung aufbauen und die Kundenbeziehung samt der zugehörigen Daten behalten.
Die zugrunde liegende Entscheidung wird oft als „Make or Buy“ bezeichnet.
Eine individuell entwickelte App bietet viel Kontrolle und Differenzierung, erfordert aber Produktdesign, Mobile-Entwicklung, Tests, Integrationen, Sicherheitsarbeit, Wartung der App und eine laufende Anpassung an Änderungen bei iOS, Android, Zahlungssystemen und Ladestandards.
Eine White-Label-App nutzt eine etablierte Softwarebasis. Das verkürzt in der Regel die Einführungszeit und senkt den anfänglichen Entwicklungsaufwand sowie den laufenden Wartungsaufwand, wobei der Umfang der Anpassungen vom App-Anbieter abhängt.
Die Wahl ist nicht immer ein Entweder-oder. Manche Plattformen erlauben es Betreibern, eine gepflegte White-Label-App um eigene Screens, Services und Abläufe zu erweitern. AMPECO unterstützt zum Beispiel eingebettete Weberlebnisse in seiner White-Label-App und stellt APIs bereit, mit denen Betreiber zusätzliche Funktionen oder eigene Anwendungen entwickeln können.
Dieser hybride Ansatz ermöglicht mehr Differenzierung, ohne dass der Betreiber jede Standardfunktion des Ladens von Grund auf neu entwickeln muss.
Was eine White-Label-App umfasst
Eine White-Label-App für Fahrer setzt sich aus einheitlichen Bausteinen zusammen, ob als eigener Build oder als Konfiguration einer gemeinsamen Codebasis.
Anpassung an die Marke
Logo, Farben, Typografie, Icons, Kartenmarkierungen und weitere visuelle Elemente des Betreibers werden übernommen, sodass die App seine Marke zeigt und nicht die des Softwareanbieters.
Mobile Apps und optionale Weboberflächen
Native Apps für iOS und Android sind üblich. Hinzu kommen kann ein gebrandetes Webportal oder ein browserbasiertes Ladeerlebnis für Fahrer, die keine App installieren möchten.
Kernfunktionen für EV-Fahrer
Dazu gehören meist das Finden von Ladepunkten auf einer Karte, die Anzeige von Verfügbarkeit und Preisen, das Starten und Beenden von Ladevorgängen, Zahlungen, die Verwaltung von Zahlungsmitteln sowie der Zugriff auf Ladeverlauf, Belege oder Rechnungen.
Fahrerkonten und Autorisierung
Registrierte Fahrer können in der App ihre Konten verwalten und Ladevorgänge starten. Die Ladeplattform kann Konten zudem mit RFID-Karten, AutoCharge, Plug & Charge oder anderen Autorisierungsmethoden verknüpfen.
Zahlungen und Abrechnungen
Die App kann gespeicherte Zahlungsmittel, Guthaben, Abonnements, Zahlungsverlauf, Rechnungen und weitere vom Betreiber konfigurierte Abrechnungsoptionen unterstützen.
Roaming-Zugang
Über Roaming-Integrationen und Handelsvereinbarungen kann der Betreiber Fahrern ermöglichen, Ladepunkte in Partnernetzwerken über denselben gebrandeten Service zu finden und zu nutzen.
AMPECO unterstützt außerdem mehrere separat konfigurierte White-Label-Apps innerhalb eines Plattform-Mandanten. So können Unternehmen verschiedene Marken oder Fahrererlebnisse über ein gemeinsames Backend betreiben.
White-Label und verwandte Ansätze
Hinter dem Begriff „White-Label“ verbergen sich einige Unterschiede, die bestimmen, was ein Betreiber tatsächlich einkauft.
| White-Label-App | Eigene App | Aggregator | |
|---|---|---|---|
| Wer sie entwickelt | Ein Softwareanbieter, konfiguriert für den Betreiber | Ein internes Team oder ein Dienstleister | Eine Drittplattform |
| Marke für den Fahrer | Die des Betreibers | Die des Betreibers | Vor allem die Marke des Aggregators |
| Zeit und Kosten bis zum Start | In der Regel geringer und schneller als eine Eigenentwicklung | In der Regel höher und länger | Minimaler Entwicklungsaufwand für eine App |
| Laufende Wartung | Vor allem durch den Softwareanbieter | Intern oder über einen Entwicklungsvertrag | Durch den Aggregator |
Am häufigsten werden White-Label-Apps und individuell entwickelte Apps verwechselt.
Eine White-Label-App basiert auf einem bestehenden Produkt, das für den Betreiber konfiguriert und gebrandet wird. Eine individuelle App wird eigens für den Betreiber entwickelt, intern oder von einem Dienstleister. Eine Eigenentwicklung kann mehr Kontrolle bieten, doch geistiges Eigentum, Zugang zum Quellcode und Wartungspflichten hängen vom Entwicklungsvertrag ab.
Auch eine Co-Branding-App unterscheidet sich von einer echten White-Label-App. Eine Co-Branding-App zeigt die Identität von Betreiber und Anbieter, während eine White-Label-App den Fahrern vor allem unter der Marke des Betreibers begegnet.
Schließlich ist eine White-Label-App nicht dasselbe wie eine vollständige White-Label-Ladeplattform. Die App ist die Oberfläche für Fahrer. Die Plattform umfasst darüber hinaus Backend, Verwaltung der Ladestationen, Zahlungen, Abrechnung, Tarife, Roaming, Energiemanagement, Reporting sowie Portale für Betreiber oder Partner.
FAQ
Was ist eine White-Label-App für EV-Laden?
Eine White-Label-App für das EV-Laden ist eine mobile App, die ein Anbieter von Ladesoftware entwickelt und pflegt und die mit dem Branding eines Betreibers angepasst wird. Fahrer finden damit Ladepunkte, prüfen Verfügbarkeit und Preise, starten und beenden Ladevorgänge, bezahlen und sehen ihren Ladeverlauf ein.
Der Betreiber behält seine Marke und die direkte Beziehung zu den Fahrern, während der Softwareanbieter die zugrunde liegende Anwendung und Plattform gemäß den vereinbarten Service- und Datenverarbeitungsregeln bereitstellt und pflegt.
White-Label-App oder eigene Lade-App: Was ist der Unterschied?
Eine White-Label-App nutzt die bestehende Anwendung eines Anbieters als Basis. Der Anbieter passt sie für den Betreiber an und pflegt die zugrunde liegende Software weiter.
Eine individuelle App wird eigens für den Betreiber entwickelt, intern oder von einem Dienstleister. Sie bietet mehr Kontrolle und Differenzierung, erfordert aber in der Regel mehr Entwicklung, Tests, Integrationen und laufende Wartung. Eigentum und Zugang zum Quellcode hängen vom Entwicklungsvertrag ab.
Warum braucht ein Betreiber eine eigene Lade-App?
Eine gebrandete App gibt dem Betreiber einen direkten, sichtbaren Kontaktpunkt mit den Fahrern. Sie stärkt die Markenbekanntheit, sorgt für ein einheitliches Ladeerlebnis und unterstützt die Kundenbindung.
Eine White-Label-App bietet diese Vorteile, ohne dass der Betreiber die gesamte zugrunde liegende Mobile- und Lademanagement-Software selbst entwickeln und pflegen muss.
Lässt sich eine White-Label-App über das Branding hinaus anpassen?
Ja, je nach Anbieter. Zur grundlegenden Anpassung gehören meist Logos, Farben, Icons, Sprachen und weitere visuelle Elemente.
Flexiblere Plattformen erlauben Betreibern zudem eigene Screens, Onboarding-Abläufe, Treueprogramme, Integrationen oder andere Abläufe. AMPECO unterstützt eingebettete Webfunktionen in seiner gepflegten White-Label-App und stellt APIs bereit, um individuelle Funktionen und Anwendungen zu entwickeln.
Was kostet eine White-Label-App für EV-Laden?
Der Preis hängt vom Umfang der Anwendung, den unterstützten Betriebssystemen, dem Branding, den Integrationen, den Märkten, der Zahlungskonfiguration, den Anpassungen und dem geforderten Service-Level ab.
Kosten können für Einführung, Konfiguration, Plattformzugang, Wartung, Support und App-Updates anfallen. Die Preismodelle unterscheiden sich je nach Anbieter. Betreiber sollten vergleichen, was bei Releases, Lokalisierung, Integrationen, Support, künftigen Anpassungen und zugehörigen Plattformfunktionen enthalten ist, statt nur auf den Listenpreis zu achten.
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