Update
Am 24. Oktober hat die britische Regierung die im Juli vorgeschlagenen UK Public Charge Point Regulations 2023 offiziell verabschiedet. Eine Vorgabe gilt sofort: Ladepunkte müssen die Ladepreise deutlich in Pence pro Kilowattstunde (p/kWh) anzeigen. So sollen Nutzer die Ladekosten einfach vergleichen können.
Auch wenn das Laden mit anderen Leistungen wie Parken gebündelt ist, müssen die Kosten speziell für das EV-Laden gesondert ausgewiesen werden. Blockiergebühren sind davon ausgenommen, da sie nicht als Teil der Ladekosten gelten.
Ladestationsbetreiber entscheiden selbst, wie sie den entsprechenden p/kWh-Preis für gebündelte Leistungen darstellen, etwa pro Ladestunde oder auf Basis der durchschnittlichen Dauer eines Ladevorgangs.
Was passiert gerade?
Am 11. Juli 2023 hat die britische Regierung dem Parlament den Entwurf der Public Charge Point Regulations 2023 vorgelegt. Er beschreibt einen strategischen Plan für die Zukunft des öffentlichen Ladens von Elektrofahrzeugen im Land. Die Vorschriften sollen die Probleme von EV-Fahrern bei der Nutzung der Ladeinfrastruktur lösen, die Verbreitung von Elektrofahrzeugen beschleunigen und den Übergang des Landes in eine nachhaltigere Zukunft unterstützen. Die Public Charge Point Regulations knüpfen an The Electric Vehicles (Smart Charge Points) Regulations an, die 2021 in Kraft traten und sich auf privates Laden konzentrieren.
Der Geltungsbereich der neuen Vorschriften
Die Vorschriften gelten für öffentliche Ladepunkte in England, Wales, Schottland und Nordirland. Ein öffentlicher Ladepunkt ist eine Ladestation, die zu bestimmten Zeiten zugänglich ist oder sich auf einem öffentlichen Parkplatz befindet, auch wenn dieser Parkplatz nur Kunden bestimmter Waren oder Dienstleistungen vorbehalten ist. Nicht dazu gehören Ladepunkte am Arbeitsplatz, Ladepunkte für bestimmte Fahrzeughersteller sowie Ladepunkte für Bewohner oder Besucher von Wohngebäuden.
Was sollen die Vorschriften erreichen?
Die Public Charge Point Regulations 2023 verfolgen mehrere übergeordnete Ziele:
- Bessere Nutzererfahrung
Die Vorschriften sollen das Ladeerlebnis insgesamt verbessern: durch höhere Zuverlässigkeit, klarere Preise, einfachere Zahlungen und Echtzeitdaten. Diese Verbesserungen vereinfachen das Laden und stärken das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge.
- Mehr Zugänglichkeit
Mit der Pflicht zur kontaktlosen Zahlung an allen Ladestationen über 8 kW soll das EV-Laden für E-Auto-Besitzer zugänglicher und bequemer werden. Das entspricht den aktuellen Zahlungsgewohnheiten im digitalen Zeitalter. - Zusammenarbeit und Vernetzung fördern
Ladestationsbetreiber (CPOs) müssen Roaming-Vereinbarungen mit Dritten schließen. Das fördert die Zusammenarbeit und soll ein stärker vernetztes Ladenetzwerk schaffen. So fallen Hürden weg, und EV-Fahrer können unabhängig vom Betreiber nahtlos laden.
- Innovation fördern
Kostenlose und offene Echtzeitdaten zum Status der Ladestationen ebnen den Weg für zahlreiche Innovationen, verbessern Kartendienste und ermöglichen eine bessere Planung von Fahrten mit dem E-Auto.
Die neuen Anforderungen an Ladepunkte im Detail
Kontaktlose Zahlung
Neue öffentliche Ladepunkte ab 8 kW und bestehende Schnellladepunkte müssen Verbrauchern die kontaktlose Zahlung anbieten.
Proprietäre Netzwerke, die ihre Ladepunkte für die öffentliche Nutzung öffnen, haben ab dem Tag der Öffnung ein Jahr Zeit, die kontaktlose Zahlung anzubieten.
Umsetzungsfrist: ein Jahr
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Ladepunkt
Roaming
Ladestationsbetreiber müssen Verbrauchern an ihren Ladepunkten die Zahlung über mindestens einen Roaming-Anbieter ermöglichen.
Umsetzungsfrist: zwei Jahre
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Ladepunkt
99 % Zuverlässigkeit
Schnellladepunkte müssen zu 99 % zuverlässig sein, gemessen als Durchschnitt über das gesamte Schnellladenetz des jeweiligen Betreibers. Informationen zur Einhaltung der Zuverlässigkeit müssen auf der Website des Ladestationsbetreibers veröffentlicht werden.
Umsetzungsfrist: ein Jahr
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Netzwerk
Hotline
An allen Ladepunkten muss eine kostenlose, rund um die Uhr besetzte Telefon-Hotline verfügbar und ausgeschildert sein.
Umsetzungsfrist: ein Jahr
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Ladepunkt
Offene Daten
Alle Daten müssen korrekt sein, und Ladestationsbetreiber müssen OCPI (Open Charge Point Interface) nutzen, um ihre Daten vorzuhalten und zu öffnen. Referenz- und Verfügbarkeitsdaten müssen öffentlich und maschinenlesbar bereitgestellt werden. Behörden, Verteilnetzbetreiber, Übertragungsnetzbetreiber und Systembetreiber müssen Zugriff auf alle Daten haben.
Umsetzungsfrist: ein Jahr
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Ladepunkt
Preise
Die Gesamtkosten eines Ladevorgangs müssen deutlich in Pence pro Kilowattstunde angezeigt werden. Der Preis kann am Ladepunkt oder über ein separates Gerät angezeigt werden.
Umsetzungsfrist: sofort
Strafe: bis zu 10.000 £ pro Ladepunkt
- Kontaktlose Zahlung beim Laden von Elektrofahrzeugen
Kontaktlose Zahlung bedeutet, mit einer Zahlungskarte oder einem Smartphone mit Kontaktlosfunktion zu bezahlen, ohne einen Vertrag abzuschließen oder sich bei einem CPO zu registrieren.
Bei neu errichteten öffentlichen Ladestationen ab 8 Kilowatt müssen CPOs innerhalb eines Jahres kontaktlose Zahlungsmethoden ermöglichen (etwa durch Antippen mit Karte oder Smartphone).
Auch bei bestehenden Schnellladestationen (über 8 kW), die bereits vor Inkrafttreten der Vorschriften in Betrieb waren, muss die kontaktlose Zahlung innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.
Wird eine private Ladestation nach Inkrafttreten der Regeln öffentlich, müssen CPOs innerhalb eines Jahres ab diesem Zeitpunkt die kontaktlose Zahlung ermöglichen.
- Payment-Roaming beim Laden von Elektrofahrzeugen
Innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Regeln muss jeder CPO ermöglichen, dass Kunden das EV-Laden über den Zahlungsdienst eines anderen Unternehmens bezahlen, das zwischen verschiedenen Ladenetzwerken Roaming anbietet. Wenn Sie am Tag des Inkrafttretens bereits Zahlungen über einen Roaming-Anbieter zulassen, müssen Sie der Regierung innerhalb von 28 Tagen mitteilen, welche Roaming-Anbieter Sie zulassen.
- Zuverlässigkeit von Schnellladepunkten
Innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Regeln müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Netzwerk den Zuverlässigkeitsstandard erfüllt. Er besagt, dass die Schnellladepunkte im Durchschnitt in jedem Kalenderjahr 99 % der Zeit ordnungsgemäß funktionieren und nutzbar sein müssen.
Als zuverlässig gilt ein Schnellladepunkt, wenn er funktioniert und einen dieser Status anzeigt: verfügbar, lädt oder reserviert, oder wenn er von der Messung ausgenommen ist und einen dieser Status anzeigt: unbekannt oder blockiert. Ist ein Schnellladepunkt nur zu bestimmten Zeiten verfügbar, wird seine Zuverlässigkeit nur anhand dieser Zeiten bewertet.
Der CPO muss auf seiner Website angeben, wie gut er den Zuverlässigkeitsstandard erfüllt.
- Hotline der Ladestationsbetreiber
Als CPO müssen Sie eine gebührenfreie, besetzte Telefon-Hotline anbieten, die das ganze Jahr rund um die Uhr erreichbar ist. Die Hotline-Nummer muss gut sichtbar an oder neben der Ladestation angebracht sein.
Der Betreiber der Ladestation muss jeden Anruf bei der Hotline dokumentieren und der Regierung jedes Quartal einen ausführlichen Bericht vorlegen.
- Anforderungen an die Daten von Ladestationen
Innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Regeln müssen Sie für jeden Ihrer öffentlichen Ladepunkte bestimmte Daten vorhalten, darunter Angaben zur Genauigkeit, Standortdaten und Statusdaten der EVSE-Objekte. Die Daten müssen dem Verkehrsminister (Secretary of State) und anderen zuständigen Stellen auf Anfrage elektronisch bereitgestellt werden. Außerdem müssen sie der Öffentlichkeit kostenlos, maschinenlesbar und ohne Nutzungsbeschränkungen zugänglich sein.
- Klare Preisanzeige beim Laden
Der Betreiber der Ladestation muss den Gesamtpreis für das Laden eines Elektrofahrzeugs in Pence pro Kilowattstunde anzeigen. Der Preis muss deutlich am Ladepunkt selbst oder auf einem separaten Gerät angezeigt werden, für das kein bestehender Vertrag mit dem Unternehmen nötig ist.
Was bedeuten die neuen Vorschriften für Ihr Geschäft?
Wenn Sie als CPO im Vereinigten Königreich tätig sind, fragen Sie sich vielleicht, wie sich die neuen Vorschriften auf Ihren Betrieb auswirken. Bei AMPECO verstehen wir Ihre Bedenken und bieten die Lösungen, mit denen Sie diese Änderungen reibungslos umsetzen.
Der Schwerpunkt der neuen Vorschriften liegt darauf, für alle öffentlichen Ladepunkte im Durchschnitt eine Zuverlässigkeit von 99 % sicherzustellen. Als EV-Lademanagement-Plattform ist AMPECO bestens gerüstet, Sie bei dieser Anforderung zu unterstützen. Mit unseren Werkzeugen für Überwachung und Wartung behalten Sie die Leistung Ihrer Ladepunkte genau im Blick und sorgen dafür, dass sie jederzeit optimal laufen. Wenn Sie die Daten regelmäßig auswerten und mögliche Probleme proaktiv angehen, können Sie die Einhaltung des Zuverlässigkeitsstandards nachweisen und hohe Strafen vermeiden.
Um die neuen Gesetze einzuhalten, müssen Sie kontaktlose Zahlungssysteme einführen. AMPECO ist mit führenden Terminalherstellern und Zahlungsdienstleistern (PSPs) integriert und bietet CPOs sichere und flexible Zahlungsoptionen.
Die Vorschriften verpflichten Ladestationsbetreiber, jährlich Berichte über die Leistung ihrer Ladegeräte vorzulegen. AMPECO vereinfacht diesen Prozess mit einem umfassenden Berichtssystem, das die geforderten Daten automatisch erzeugt. So sparen Sie Zeit und Aufwand bei der Erfüllung der Berichtspflichten.
Die neue Pflicht zu Roaming-Vereinbarungen mit Dritten bietet einen schnellen Weg, Ihre Ladeinfrastruktur zu öffnen und neue Märkte zu erschließen. Mit AMPECO können Sie sich mit den großen Roaming-Hubs Hubject und Gireve verbinden oder direkte OCPI-Verbindungen zu Ihren bevorzugten Netzwerken aufbauen.
Bei AMPECO sehen wir diese Vorschriften als Chance für Wachstum und Fortschritt. Mit unseren innovativen Technologien und unserer Erfahrung unterstützen wir Ihr Unternehmen dabei, die Vorschriften einzuhalten, die Kundenzufriedenheit zu steigern und zum Fortschritt eines nachhaltigen Verkehrs beizutragen.