Was ist Uptime beim Laden?
Die Uptime beim Laden ist der Anteil der Zeit, in der ein Ladepunkt oder ein einzelner Ladeanschluss daran in einem festgelegten Zeitraum betriebsbereit ist und Strom liefern kann. Sie ist eine zentrale Leistungskennzahl (KPI), mit der die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gemessen wird.
Mit der Uptime können Ladestationsbetreiber (CPOs) die Leistung ihres Netzwerks überwachen, wiederkehrende Störungen erkennen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben nachweisen.
Einen einheitlichen globalen Standard für die Messung der Uptime gibt es nicht. Die Vorschriften unterscheiden sich darin, wie sie den Betriebsstatus definieren, welche Ausfälle ausgenommen werden dürfen und ob die Uptime je Ladeanschluss oder für ein ganzes Netzwerk gemessen wird. Eine Uptime-Klausel in einem Vertrag oder SLA muss deshalb die Bezugsgröße (Anschluss, Standort oder Netzwerk), den Zeitraum, die Ausnahmen und die Datenquelle festlegen.
Wie wird die Uptime berechnet?
Die Uptime wird in der Regel berechnet, indem man die Zeit, in der eine Ladestation betriebsbereit ist, mit der gesamten Zeit des Messzeitraums vergleicht.
Uptime (%) = (Betriebszeit ÷ gesamte gemessene Zeit) × 100
Ein Beispiel: Ist ein Ladeanschluss in einem Messzeitraum von 730 Stunden 720 Stunden in Betrieb, liegt seine Uptime bei rund 98,6 %.
Die Berechnung umfasst in der Regel:
- Überwachung des Ladestationsstatus: Ein Lademanagementsystem (CPMS) zeichnet den Status auf, den jede Ladestation meldet, meist über OCPP (Open Charge Point Protocol).
- Erkennen von Ausfallzeiten: Das CPMS protokolliert jeden Zeitraum, in dem eine Ladestation ihren vorgesehenen Dienst nicht leisten kann.
- Anwenden von Ausnahmen: Je nach geltendem Standard werden bestimmte Unterbrechungen ausgenommen, etwa Stromausfälle beim Energieversorger oder geplante Wartungen.
- Berechnen der Uptime: Der Betreiber summiert die Betriebs- und Ausfallminuten über den Berichtszeitraum und wendet die Formel an.
Wie genau gerechnet wird, hängt von den geltenden Vorschriften ab. Das US-Programm NEVI zieht zum Beispiel ausgenommene Ausfallzeiten von den erfassten Ausfallminuten ab, bevor der Jahreswert berechnet wird. Ausgenommen sind dort Unterbrechungen der Stromversorgung durch den Energieversorger, Fahrzeugfehler, geplante Wartungen, Vandalismus, Naturkatastrophen und Zeiten außerhalb der Öffnungszeiten der Station, sofern der Betreiber nachweisen kann, dass der Anschluss sonst funktioniert hätte.
Uptime, Verfügbarkeit und Ladezuverlässigkeit
Uptime, Verfügbarkeit und Ladezuverlässigkeit messen drei verschiedene Dinge.
- Uptime misst, wie beständig ein Ladeanschluss über einen Zeitraum betriebsbereit bleibt.
- Verfügbarkeit ist der aktuelle Zustand eines Anschlusses zu einem Zeitpunkt: frei, belegt oder reserviert. Der Betriebsstatus gibt an, ob er funktioniert oder außer Betrieb ist. Beide beschreiben einen einzelnen Moment, nicht die Leistung über einen Zeitraum.
- Ladezuverlässigkeit beschreibt, ob ein Fahrer einen Ladevorgang erfolgreich starten und abschließen kann. (Die britischen Vorschriften verwenden dasselbe Wort für ihre statusbasierte 99-%-Regel, die unten beschrieben wird.)
Eine Ladestation kann eine hohe Uptime melden, während Fahrer trotzdem auf Zahlungsfehler, fehlgeschlagene Ladestarts oder abgebrochene Ladevorgänge stoßen. Die Uptime wird meist aus dem Status berechnet, den jede Ladestation über OCPP an die Plattform meldet, und eine Ladestation meldet sich als verfügbar, wenn ihre eigene Elektronik keinen Fehler erkennt. Ein defektes Zahlungsterminal, eine abgelehnte Autorisierung oder ein fehlgeschlagener Handshake mit dem Fahrzeug können einen Ladevorgang verhindern, während der Anschluss weiterhin als betriebsbereit zählt. Deshalb erfassen CPOs neben der Uptime auch die Erfolgsquote der Ladevorgänge: Zusammen zeigen beide, wie zuverlässig das Netzwerk für seine Nutzer ist.
Welche Uptime schreiben die Vorschriften für Ladestationen vor?
Die Uptime-Vorgaben unterscheiden sich je nach Markt. NEVI in den USA verlangt mehr als 97 % Uptime pro Jahr und Anschluss, Kalifornien verlangt 97 % für öffentlich oder über Stromtarife finanzierte DC-Schnellladeanschlüsse, und Großbritannien verlangt für Schnellladestationen eine durchschnittliche Netzwerkzuverlässigkeit von 99 %. Die EU-Verordnung AFIR legt keinen festen Uptime-Prozentsatz fest.
| Vorschrift | Uptime-Vorgabe |
|---|---|
| US NEVI (National Electric Vehicle Infrastructure), Mindeststandards | Mehr als 97 % Uptime pro Jahr und Ladeanschluss, monatlich über die vorangegangenen 12 Monate berechnet |
| UK Public Charge Point Regulations 2023 (PCPR) | Mindestens 99 % durchschnittliche jährliche Zuverlässigkeit im Netzwerk eines Betreibers aus öffentlichen Schnellladepunkten (ab 50 kW), mit jährlicher Berichtspflicht |
| California EV Charger Data and Reliability Standards (CEC) | 97 % Uptime pro Anschluss für öffentlich oder über Stromtarife finanzierte DC-Schnellladeanschlüsse, die am oder nach dem 1. Januar 2024 installiert wurden, vorbehaltlich festgelegter Ausnahmen |
| EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) | Kein fester Uptime-Prozentsatz; Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte müssen dynamische Daten, darunter Betriebsstatus und Verfügbarkeit, zugänglich machen (Artikel 20), im Format der Durchführungsverordnung (EU) 2025/655 |
Auch die Zählweise unterscheidet sich. NEVI zählt einen Anschluss nur dann als betriebsbereit, wenn Hardware und Software online sind und er Strom mit der geforderten Mindestleistung liefern kann. Großbritannien nutzt den Status, den der Betreiber meldet: verfügbar, ladend und reserviert gelten als zuverlässig, außer Betrieb und defekt nicht. Ein Ladenetzwerk, das einen Standard erfüllt, erfüllt damit nicht automatisch einen anderen.
Warum ist die Uptime für Betreiber wichtig?
Eine hohe Uptime hält die Ladeanschlüsse verfügbar, damit sie Ladevorgänge verkaufen können. Ungeplante Ausfallzeiten bedeuten entgangene Ladevorgänge, höhere Wartungskosten und ein schlechteres Erlebnis für die Fahrer, und für Betreiber mit regulatorischen Uptime-Zielen entsteht zusätzlich ein Compliance-Risiko.
Je nach Messmethode kann die Uptime Zahlungsfehler, fehlgeschlagene Ladeversuche und eine verringerte Ladeleistung an einem Anschluss übersehen, der als betriebsbereit angezeigt wird. Wer sie zusammen mit der Erfolgsquote der Ladevorgänge, der Störungshäufigkeit und den Reparaturzeiten erfasst, schließt diese Lücken.
So unterstützt AMPECO die Uptime-Erfassung
Die EV-Lademanagement-Plattform von AMPECO überwacht die Uptime auf Ebene des Ladepunkts und für jedes EVSE, also den Teil eines Ladepunkts, der jeweils ein Fahrzeug versorgt.
Betreiber können die Uptime für heute, den laufenden Monat, das laufende Quartal und das laufende Jahr auswerten sowie über gleitende Zeitfenster von 30, 60 und 365 Tagen. Die Plattform unterstützt außerdem betreiberspezifische Berechnungsformeln für regionale Vorgaben wie die britische PCPR, die US-amerikanischen NEVI-Standards und die australischen Mindestbetriebsstandards für staatlich gefördertes öffentliches Laden.
Die Werkzeuge für Fernverwaltung und Wartung der Plattform erkennen Störungen, überwachen den Status der Ladepunkte und führen automatische Wiederherstellungsmaßnahmen aus, wenn die Hardware dies unterstützt.
Der Beitrag über Uptime-Erfassung und Berichte beschreibt die Uptime-Karten und ihre Berechnungsmodelle ausführlicher.
Häufige Fragen
Welche Uptime ist für Ladestationen gut?
Regulatorische Richtwerte sind mehr als 97 % pro Ladeanschluss nach den US-amerikanischen NEVI-Standards und mindestens 99 % durchschnittliche Netzwerkzuverlässigkeit nach den britischen Vorschriften für Schnellladestationen. Vergleichen Sie Werte nur, wenn sie auf dieselbe Weise gemessen wurden: Ein NEVI-Wert von 97 % pro Anschluss und ein britischer Netzwerkdurchschnitt von 99 % sind nicht dieselbe Zahl.
Kann eine Ladestation eine hohe Uptime melden und trotzdem nicht laden?
Ja. Eine Ladestation kann einen betriebsbereiten Status melden, während Fahrer keinen Ladevorgang starten oder abschließen können. Wer neben der Uptime auch die Erfolgsquote der Ladevorgänge erfasst, sieht die Probleme, die Statusdaten allein übersehen.
Was verursacht Ladestationsausfälle?
Häufige Ursachen sind nicht reagierende Displays, Zahlungsfehler, Fehler beim Ladestart, unterbrochene Netzwerkverbindungen und defekte Stecker. Stromausfälle beim Energieversorger, Vandalismus und geplante Wartungen legen Anschlüsse ebenfalls lahm, weshalb NEVI sie als ausnehmbare Ursachen aufführt.
Verwandte Begriffe
- CPMS (Lademanagementsystem)
- OCPP (Open Charge Point Protocol)
- EVSE
- CPO
- Unterwegs-Laden von Elektrofahrzeugen
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