Update: Dieser Artikel wurde im März 2023 veröffentlicht, bevor der endgültige AFIR-Text verabschiedet wurde.
In den frühen Morgenstunden dieses Dienstags, des 28. März 2023, hat sich die EU auf den endgültigen Text ihrer wegweisenden Verordnung zum Laden von Elektrofahrzeugen geeinigt: der Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Alternative Fuels Infrastructure Regulation, AFIR). Dieses Gesetz legt die Grundlage für ein flächendeckendes Netz von Ladestationen an den wichtigsten Straßen Europas. Die Einigung ebnete den Weg für die Zustimmung der EU-Minister zum lange diskutierten Aus für Fahrzeuge mit CO2-Ausstoß ab 2035, die unmittelbar auf die Entscheidung zur AFIR folgte.
Wir warten noch darauf, dass der endgültige Text die rechtliche Prüfung durchläuft, und informieren Sie hier über weitere Neuigkeiten.
Bis dahin sind dies einige zentrale Elemente der AFIR-Verordnung:
- Schnellladen alle 60 km an Europas Hauptverkehrsstraßen ab 2025. Das bedeutet eine Standortleistung von 400 kW (bis 2028 steigend auf 600 kW) im TEN-V-Kernnetz und 150 kW pro Ladestandort im TEN-V-Gesamtnetz. Das ist zweifellos einer der größten Fortschritte für das Langstreckenfahren mit dem E-Auto.
- Besseres öffentliches Laden für Lkw und Busse. Ab 2025 stehen Fahrern im TEN-V-Kernnetz alle 60 km und im TEN-V-Gesamtnetz alle 100 km garantiert 350 kW zur Verfügung. Ziel ist eine vollständige Abdeckung bis 2030, wenn E-Lkw dank sinkender Gesamtbetriebskosten (TCO) allgegenwärtig sein werden.
- Kontaktlose Kartenzahlung für ein bequemeres Ad-hoc-Laden
- Transparente und vergleichbare Preise pro kWh
- Festlegung von Meldekriterien gegenüber den nationalen Zugangspunkten, einschließlich Informationen zu Verfügbarkeit und Zugänglichkeit. Die festgelegten Attribute werden größtenteils über OCPI (Open Charge Point Interface) gemeldet.
- Anforderungen an die Bereitstellung von Echtzeitdaten ab 2027
Die technischen Anforderungen an die Interoperabilität werden über sogenannte „delegierte Rechtsakte“ sichergestellt, ein Instrument, mit dem die EU-Institutionen branchenspezifische Standards festlegen. Sie erleichtern die Einbindung von Ladestationen in das Stromsystem und ermöglichen es Fahrern, überall reibungslos zu laden.
Über seine Branchenmitgliedschaften war AMPECO in den letzten Monaten der Trilogverhandlungen wohl der einzige CPMS-Anbieter (Charge Point Management System), der sich direkt mit politischen Entscheidungsträgern getroffen hat. Wir haben zu den Änderungen am endgültigen Text beigetragen, um einen möglichst effizienten Betrieb für unsere aktuellen und künftigen Partner sicherzustellen.
Bei AMPECO setzen wir uns voll dafür ein, das schnelle Wachstum des europäischen Ladenetzwerks mit einer hochmodernen Plattform für ein reibungsloses Kundenerlebnis zu ermöglichen. Im Zusammenhang mit der AFIR bedeutet das:
- Vielfältige Zahlungsmethoden ermöglichen
- Preisinformationen klar und transparent anzeigen
- Eine sichere und reibungslose Datenübermittlung über etablierte Branchenprotokolle gewährleisten
Die AFIR wird einen starken Impuls für eine kundenorientierte Ladeinfrastruktur geben. Nach ihrem Inkrafttreten ist der Text in allen Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in den EU-Mitgliedstaaten, ohne dass nationale Umsetzungsgesetze nötig sind. Ein guter Tag für den europäischen Binnenmarkt für das EV-Laden.
Lesen Sie die Pressemitteilung der Europäischen Kommission zur Einigung über die AFIR