{"id":56992,"date":"2025-11-28T19:26:00","date_gmt":"2025-11-28T19:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ampeco.com\/?p=56992"},"modified":"2026-10-20T13:49:22","modified_gmt":"2026-10-20T13:49:22","slug":"regulierung-ev-laden-november-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-november-2025\/","title":{"rendered":"Deutschland beendet V2G-Doppelbesteuerung, EU vergibt 600 Mio. \u20ac und MCS geht in die Umsetzung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der November brachte den regulatorischen Durchbruch, auf den die Bef\u00fcrworter von Vehicle-to-Grid (V2G) gewartet haben. Der Bundestag hat eine Gesetzes\u00e4nderung beschlossen, die die Doppelbesteuerung beim bidirektionalen Laden abschafft. Damit f\u00e4llt eines der meistgenannten Hindernisse f\u00fcr V2G im gr\u00f6\u00dften Markt f\u00fcr Elektrofahrzeuge (EV) in Europa. Zusammen mit den <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-september-2025\/\">Energiesteuerreformen, \u00fcber die wir im September berichtet haben<\/a>, kann Deutschland ab Januar 2026 eine Vorreiterrolle bei der V2G-Integration \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf EU-Ebene gab es gleichzeitig drei wichtige Entwicklungen. CINEA hat AFIF-F\u00f6rdermittel von \u00fcber 600 Millionen Euro bekanntgegeben, den letzten Stichtag der Ausschreibung 2024-2025. Damit entstehen 2.000 Ladestationen f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge und 586 ultraschnelle 1-MW-Ladeeinheiten. Der DATEX-II-Standard f\u00fcr Energieinfrastruktur wurde offiziell ver\u00f6ffentlicht und legt die technische Spezifikation f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-april-2025\/\">Frist im April 2026<\/a> fest. Und im MID-Trilog wurde eine vorl\u00e4ufige Einigung erzielt, die die Messvorschriften f\u00fcr EV-Ladestationen modernisiert und mehrere unn\u00f6tige Zertifizierungslasten beseitigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem hat Gro\u00dfbritannien 1,5 Mrd. Pfund an neuer EV-F\u00f6rderung angek\u00fcndigt. AMPECO hat am EU Sustainable Transport Forum teilgenommen, auf dem die Ver\u00f6ffentlichung des MCS-Standards f\u00fcr Juni 2026 best\u00e4tigt wurde. Und der V2G Summit in Br\u00fcssel hat gezeigt, dass bidirektionales Laden von Pilotprojekten in Europas regulierte Flexibilit\u00e4tsm\u00e4rkte \u00fcbergeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier lesen Sie, was sich im November ge\u00e4ndert hat und was das f\u00fcr Ihren Betrieb bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-background-default-tertiary-light-background-color has-background\">Regulatorische Entwicklungen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">DATEX-II-Standard f\u00fcr Energieinfrastruktur offiziell ver\u00f6ffentlicht<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CEN hat am 9. Oktober die PD CEN\/TS 16157-11:2025 offiziell ver\u00f6ffentlicht. Sie legt fest, wie EV-Ladedaten im Einklang mit der AFIR und der Delegierten Verordnung (EU) 2022\/670 strukturiert und zwischen interoperablen Plattformen ausgetauscht werden m\u00fcssen. Diese technische Spezifikation konkretisiert die <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-april-2025\/\">DATEX-II-Frist zum 14. April 2026<\/a> und das <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-september-2025\/\">im September ver\u00f6ffentlichte deutsche nationale Profil<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab dem 14. April 2026 m\u00fcssen alle Ladestationsbetreiber (CPOs) ihre Daten \u00fcber eine DATEX-II-konforme API bereitstellen, die volle Transparenz und grenz\u00fcberschreitende Zug\u00e4nglichkeit sicherstellt. AMPECO hat die interne Entwicklung gestartet, um die Plattformarchitektur an die neue Spezifikation anzupassen, damit Kunden die Vorgaben vor Ablauf der Frist erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Der ver\u00f6ffentlichte Standard beseitigt alle verbleibenden Unklarheiten dar\u00fcber, was DATEX-II-Konformit\u00e4t erfordert. CPOs sollten jetzt mit der Umsetzungsplanung beginnen, statt auf weitere Leitlinien zu warten<\/li>\n\n\n\n<li>Bis zur Frist im April 2026 bleiben etwa f\u00fcnf Monate. Betreiber, die ihre Dateninfrastruktur noch nicht technisch gepr\u00fcft haben, sollten das als dringend behandeln<\/li>\n\n\n\n<li>CPMS-Plattformen (Charge Point Management System), die als Integrationsschicht zwischen CPOs und nationalen Zugangspunkten dienen, vereinfachen die Einhaltung der Vorgaben erheblich<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">MID-Trilog: vorl\u00e4ufige Einigung zur Messung an EV-Ladestationen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Trilog zur Messger\u00e4terichtlinie (MID) wurde am 18. November eine vorl\u00e4ufige politische Einigung erzielt, die MID zu modernisieren und auf EV-Ladestationen, Zapfs\u00e4ulen f\u00fcr verdichtete Gase und W\u00e4rmez\u00e4hler auszuweiten. Damit ist der Prozess abgeschlossen, <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-september-2025\/\">den wir bei der Abstimmung zwischen Rat und Parlament im September verfolgt haben<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einigung enth\u00e4lt mehrere entscheidende Verbesserungen f\u00fcr die Ladebranche. Die restriktive Auslegung von \u201egem\u00e4\u00df dieser Richtlinie zertifiziert\u201c wurde \u00fcberarbeitet. Die Anforderung an einen Anlaufstrom von 100 mA entf\u00e4llt. Eine gesonderte Bauartzulassung f\u00fcr Ersatzkabel ist nicht mehr n\u00f6tig. Und die pauschale Anforderung der Genauigkeitsklasse B\/C wurde gestrichen. Diese \u00c4nderungen verhindern unn\u00f6tige Zertifizierungslasten und halten die MID auf echte Messfunktionen fokussiert, statt der Ladeinfrastruktur unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Anforderungen aufzuerlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten Schritte sind formaler Natur: Der IMCO-Ausschuss stimmt am 3. Dezember ab, danach folgen das Plenum des Parlaments und die Billigung durch den Rat. Weitere Nachverhandlungen werden nicht erwartet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Der Wegfall der Anlaufstrom-Anforderung und der Bauartzulassung f\u00fcr Ersatzkabel beseitigt zwei erhebliche Kostentreiber. Betreiber sollten diese Verbesserungen bei k\u00fcnftigen Hardware-Beschaffungen ber\u00fccksichtigen<\/li>\n\n\n\n<li>Die \u00fcberarbeitete Auslegung von \u201egem\u00e4\u00df dieser Richtlinie zertifiziert\u201c zieht klarere Grenzen daf\u00fcr, wann die MID-Zertifizierung f\u00fcr Ladetechnik gilt<\/li>\n\n\n\n<li>Die endg\u00fcltige Annahme des Textes wird vor Ende 2025 erwartet. Betreiber sollten sich darauf einstellen, dass der neue Rahmen 2026-2027 in Kraft tritt<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Deutschland schafft V2G-Doppelbesteuerung ab Januar 2026 ab<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundestag hat eine \u00c4nderung des Energiewirtschaftsgesetzes beschlossen, die Netzentgelte und Stromsteuer auf Energie abschafft, die aus dem Netz bezogen, in EV-Batterien gespeichert und in dasselbe Netz zur\u00fcckgespeist wird. Bisher galten Elektrofahrzeuge als Fahrzeuge und nicht als Speicher, sodass V2G-Energie doppelt besteuert wurde: einmal beim Kauf und erneut bei der R\u00fcckspeisung. Dadurch waren V2G-Anwendungen wirtschaftlich nicht tragf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4nderung stellt Elektrofahrzeuge steuerlich mit station\u00e4ren Speichern gleich. Zusammen mit der geplanten MiSpeL-Pauschaloption der Bundesnetzagentur k\u00f6nnen Haushalte gespeicherten Strom ohne zweiten Z\u00e4hler und mit minimalen Messanforderungen ins Netz einspeisen. Die Netzbetreiber ben\u00f6tigen 9-12 Monate, um ihre IT-Systeme anzupassen, und Smart Meter bleiben Pflicht. Sobald die Umsetzung steht, sinken die regulatorischen H\u00fcrden f\u00fcr V2G in Deutschland jedoch deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Dies ist die bislang folgenreichste regulatorische Entwicklung f\u00fcr V2G in Europa. Betreiber, die bidirektionale Ladedienste in Deutschland planen, haben erstmals einen wirtschaftlich tragf\u00e4higen Rahmen<\/li>\n\n\n\n<li>Da die Netzbetreiber 9-12 Monate f\u00fcr die IT-Anpassung ben\u00f6tigen, ist ein V2G-Einsatz in gro\u00dfem Ma\u00dfstab trotz des Inkrafttretens im Januar 2026 erst Ende 2026 oder Anfang 2027 realistisch<\/li>\n\n\n\n<li>Zusammen mit den <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-september-2025\/\">Energiesteuerreformen vom September<\/a>, die das Risiko einer Einstufung als Energieversorger beseitigen, hat Deutschland die beiden wichtigsten regulatorischen H\u00fcrden f\u00fcr V2G abgebaut. Betreiber sollten jetzt Netzdienstleistungen entwickeln und Partnerschaften mit Verteilnetzbetreibern (VNB) aufbauen<\/li>\n\n\n\n<li>Andere EU-Mitgliedstaaten werden die V2G-Einf\u00fchrung in Deutschland wahrscheinlich genau beobachten. Die ersten Praxiserfahrungen werden die Politik in ganz Europa pr\u00e4gen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Deutschland: neue Steuerregeln f\u00fcr das Heimladen von Dienstwagen ab 2026<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab dem 1. Januar 2026 regelt ein BMF-Schreiben neu, wie Arbeitgeber Stromkosten steuerfrei erstatten k\u00f6nnen, wenn Besch\u00e4ftigte Dienst-Elektrofahrzeuge zu Hause laden. Die bisherigen monatlichen Pauschalen (etwa 70 \u20ac pro Monat f\u00fcr Elektrofahrzeuge) laufen Ende 2025 aus und werden durch zwei steuerfreie Erstattungswege ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Verfahren nach tats\u00e4chlichen Kosten muss der Verbrauch des Besch\u00e4ftigten \u00fcber einen separaten Z\u00e4hler gemessen werden, und der Arbeitgeber erstattet die nachgewiesenen Kosten. Beim Verfahren mit pauschalem Strompreis richtet sich die Erstattung nach dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis des Vorjahres f\u00fcr die Verbrauchsklasse 5.000-15.000 kWh. Arbeitgeber m\u00fcssen das gew\u00e4hlte Verfahren f\u00fcr das gesamte Kalenderjahr einheitlich anwenden und k\u00f6nnen es nicht unterj\u00e4hrig wechseln. Heimladel\u00f6sungen m\u00fcssen die kWh genau messen und eine Dokumentation liefern k\u00f6nnen. Ohne Messung ist eine steuerfreie Erstattung nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Die Messpflicht schafft Nachfrage nach Energiemessung auf Wallbox-Ebene. CPMS-Anbieter und Hardwarehersteller sollten sicherstellen, dass ihre L\u00f6sungen f\u00fcr das Laden zu Hause pr\u00fcfsichere Verbrauchsnachweise liefern k\u00f6nnen<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr Organisationen, die grenz\u00fcberschreitend t\u00e4tig sind oder Firmenflotten beraten, zeigt das deutsche Modell eine zunehmende regulatorische Kontrolle der Kostenerstattung beim Heimladen. \u00c4hnliche Regelungen d\u00fcrften auch in anderen L\u00e4ndern entstehen, <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-juli-2025\/\">wie die \u00dcberpr\u00fcfung in Belgien im Juli gezeigt hat<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Deutschland pr\u00fcft das Durchleitungsmodell f\u00fcr \u00f6ffentliches Laden<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland pr\u00fcft ein Durchleitungsmodell, mit dem EV-Fahrer oder Flottenbetreiber ihre eigenen Stromliefervertr\u00e4ge an \u00f6ffentlichen Ladestationen nutzen k\u00f6nnten. Der CPO w\u00fcrde nur eine Geb\u00fchr f\u00fcr den Zugang zur Infrastruktur erheben, statt als Energieversorger aufzutreten, w\u00e4hrend der Stromanbieter des Nutzers die verbrauchte Energie abrechnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Meinungen gehen weit auseinander. Bef\u00fcrworter argumentieren, das Modell k\u00f6nne die Preistransparenz erh\u00f6hen, echten Wettbewerb zwischen CPOs schaffen und dynamische Tarife erm\u00f6glichen, die an die Gro\u00dfhandelsstromm\u00e4rkte gekoppelt sind. Kritiker warnen, es w\u00fcrde Messung und Abrechnung verkomplizieren, das etablierte AFIR-konforme Roaming-System st\u00f6ren und Verbrauchern nur begrenzten Nutzen bringen. Das kn\u00fcpft direkt an die <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-september-2025\/\">Debatte \u00fcber die Durchleitungsausschreibung f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge (HDV) an, \u00fcber die wir im September berichtet haben<\/a>. Die Bundesregierung erw\u00e4gt nun, das Konzept \u00fcber schwere Nutzfahrzeuge hinaus auf das gesamte \u00f6ffentliche Laden auszuweiten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausbau des tschechischen Flexibilit\u00e4tsmarkts er\u00f6ffnet Chancen f\u00fcr V2G<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Energiegemeinschaften sind in Tschechien seit dem 1. August 2024 in Betrieb. Das Elektroenergetische Datenzentrum (EDC) erm\u00f6glicht das Teilen von Strom zwischen aktiven Kunden, Mehrfamilienh\u00e4usern und Energiegemeinschaften, auf Basis von 15-Minuten-Messdaten und der Berechnung geteilter Mengen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Sprung kommt mit der vollst\u00e4ndigen EDC-Phase, die f\u00fcr das zweite Halbjahr 2026 geplant ist. Mit der Novelle LEX OZE III zum Energiegesetz wird die Plattform \u00fcber das Teilen hinaus auch Speicherung, Aggregation und Flexibilit\u00e4tsdienste unterst\u00fctzen. Aggregierte Batterien, Elektrofahrzeuge, W\u00e4rmepumpen und andere flexible Anlagen k\u00f6nnen dann als koordinierte virtuelle Kraftwerke auftreten, wobei das EDC die zugrunde liegenden Datenfl\u00fcsse bereitstellt. Das EDC setzt im Einklang mit der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) 2023\/1162 auf Interoperabilit\u00e4t. K\u00fcnftige tschechische Flexibilit\u00e4tsdienste werden also \u00fcber standardisierte, maschinenlesbare Datenschnittstellen laufen statt \u00fcber individuelle Integrationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nationale Aktionsplan f\u00fcr Flexibilit\u00e4t weist dem EDC die Verantwortung f\u00fcr das Datenmanagement zu. Er sieht au\u00dferdem vor, dass das Ministerium ein eigenes F\u00f6rderprogramm vorbereiten soll, falls Marktanreize allein bis Ende der 2020er-Jahre nicht genug nicht-fossile Flexibilit\u00e4t liefern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Tschechien baut auf der Datenebene eine V2G-f\u00e4hige Infrastruktur auf. Betreiber, die Flexibilit\u00e4tsdienste planen, sollten den Start der vollst\u00e4ndigen EDC-Phase im zweiten Halbjahr 2026 verfolgen<\/li>\n\n\n\n<li>Dank des Interoperabilit\u00e4tsansatzes k\u00f6nnen Betreiber einmal gegen eine standardisierte Schnittstelle entwickeln, statt bilaterale Integrationen mit einzelnen VNB aufzubauen<\/li>\n\n\n\n<li>\u00d6ffentliche F\u00f6rderung f\u00fcr Flexibilit\u00e4t ist ausdr\u00fccklich vorgesehen, falls Marktanreize nicht ausreichen. Das ist ein m\u00f6glicher Finanzierungsweg f\u00fcr fr\u00fche V2G-Projekte<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-background-default-tertiary-light-background-color has-background\">F\u00f6rderung und Anreize<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EU vergibt \u00fcber 600 Mio. \u20ac f\u00fcr Infrastruktur f\u00fcr alternative Kraftstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 17. November hat CINEA F\u00f6rdermittel von \u00fcber 600 Millionen Euro f\u00fcr 70 Projekte bekanntgegeben, der letzte Stichtag der AFIF-Ausschreibung 2024-2025. Die ausgew\u00e4hlten Projekte schaffen \u00fcber 1.000 Schnellladepunkte, 2.000 Ladestationen f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge und 586 ultraschnelle Ladeeinheiten mit 1 MW. Seit 2021 hat die AFIF mehr als 2,5 Mrd. Euro f\u00fcr Infrastruktur f\u00fcr alternative Kraftstoffe bereitgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gef\u00f6rderte Portfolio zeigt klare Priorit\u00e4ten. HDV-Korridore dominieren: Betreiber in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, \u00d6sterreich, Spanien, Schweden und Finnland errichten MCS-Ladeparks (Megawatt Charging System) und Standorte mit 350 kW und mehr. Die Dekarbonisierung der H\u00e4fen ist ein wichtiger Treiber: Rotterdam, Hamburg, Antwerpen-Br\u00fcgge, Barcelona und weitere H\u00e4fen setzen Landstromanlagen mit hoher Leistung in Kombination mit Photovoltaik und Batteriespeichern um. Die Elektrifizierung von Flugh\u00e4fen folgt demselben Kurs, in K\u00f6ln\/Bonn, Wien, Mailand, Helsinki, Rom FCO, Budapest und Warschau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wichtige Ank\u00fcndigung: Der AFIF-Stichtag im M\u00e4rz 2026 wurde gestrichen. Die EU-Kommission wird in K\u00fcrze einen neuen Mechanismus vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was das f\u00fcr Betreiber bedeutet:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list is-style-list-nds\">\n<li>Die Streichung des AFIF-Stichtags im M\u00e4rz 2026 ver\u00e4ndert den F\u00f6rderzeitplan. Betreiber, die Antr\u00e4ge vorbereitet haben, sollten die Ank\u00fcndigung des Nachfolgemechanismus durch die Kommission genau verfolgen<\/li>\n\n\n\n<li>Die starke Gewichtung von HDV und MCS im Portfolio best\u00e4tigt, dass sich die EU-F\u00f6rderpriorit\u00e4ten klar in Richtung Hochleistungs- und Schwerlastinfrastruktur verschieben<\/li>\n\n\n\n<li>Die Elektrifizierung von H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen ist jetzt fester Bestandteil der F\u00f6rderstrategie f\u00fcr alternative Kraftstoffe. Betreiber mit Kompetenzen in diesen Segmenten haben wachsende Chancen<\/li>\n\n\n\n<li>Mit 2,5 Mrd. Euro seit 2021 ist die AFIF das wichtigste F\u00f6rderinstrument f\u00fcr Infrastruktur in Europa. Der Nachfolgemechanismus wird daher genau beobachtet werden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gro\u00dfbritannien k\u00fcndigt EV-Paket \u00fcber 1,5 Mrd. Pfund an<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die britische Regierung hat ein umfangreiches EV-Paket angek\u00fcndigt, das auf Ladeinfrastruktur und Bezahlbarkeit ausgerichtet ist. Der Haushalt sieht zus\u00e4tzliche 1,3 Mrd. Pfund f\u00fcr den Electric Car Grant vor, der um ein Jahr verl\u00e4ngert wird, sowie 200 Mio. Pfund f\u00fcr einen schnelleren Ausbau \u00f6ffentlicher Ladepunkte. Ein erheblicher Teil ist f\u00fcr Kommunen vorgesehen, um das Laden am Stra\u00dfenrand und im Wohnumfeld zu st\u00e4rken, vor allem f\u00fcr Haushalte ohne eigene Einfahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung wird au\u00dferdem zu Permitted Development Rights konsultieren, damit das Laden am Wohnort einfacher und g\u00fcnstiger wird, aufbauend auf der <a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/blog\/regulierung-ev-laden-mai-2025\/\">Planungsreform vom Mai<\/a>. Eine \u00dcberpr\u00fcfung der Kosten des \u00f6ffentlichen Ladens, deren Ergebnisse bis Herbst n\u00e4chsten Jahres vorliegen sollen, wird die Energiepreise und den strukturellen Kostendruck untersuchen, der die Tarife steigen lie\u00df. Das Paket behandelt noch nicht die Gewerbesteuer (Business Rates) oder die Mehrwertsteuer, zeigt aber, dass die Politik die Kostenprobleme der Betreiber erkannt hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Australien: F\u00f6rderung f\u00fcr E-Flotten in NSW<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">New South Wales (NSW) bereitet die n\u00e4chste Kick-start-F\u00f6rderrunde im Rahmen des Electric Vehicle Fleets Incentive-Programms vor. Sie richtet sich an kleine und mittlere Betreiber, die ihre ersten Elektrofahrzeuge testen und die erste Ladeinfrastruktur installieren. Antragsberechtigt sind ABN-Inhaber mit mindestens drei Fahrzeugen, Taxiunternehmen mit einem zugelassenen Taxi und einzelne Lkw-Betreiber mit einem zugelassenen Lkw. Gef\u00f6rdert werden 1-15 BEVs pro Antrag sowie Smart-Charging-Infrastruktur. Aktualisierte Richtlinien werden mit dem Start der F\u00f6rderrunde ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-background-default-tertiary-light-background-color has-background\">AMPECO-Interessenvertretung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EU Sustainable Transport Forum best\u00e4tigt MCS-Zeitplan und Dringlichkeit beim HDV-Laden<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petar Georgiev von AMPECO nahm am 21. November als Fachexperte am Sustainable Transport Forum in Br\u00fcssel teil, auf dem die Kommission mehrere entscheidende Entwicklungen vorstellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der MCS-Standard soll am 1. Juni 2026 offiziell ver\u00f6ffentlicht werden, und Betreiber sollten eine \u00dcbergangsphase einplanen, in der CCS und MCS nebeneinander bestehen. Kennzeichnung, Datenaustausch, Interoperabilit\u00e4t und die Kosten von Standorten mit gemischten Standards wurden als unmittelbare Umsetzungsrealit\u00e4t hervorgehoben, nicht als langfristige Hypothesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diskussion zum HDV-Laden unterstrich die Dringlichkeit: Europa hat rund 20.000 elektrische schwere Nutzfahrzeuge und weniger als 300 \u00f6ffentliche Stationen ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Schwerlastverkehr. Bis 2030 wird eine breite Nachfrage nach \u00f6ffentlichem Laden \u00fcber 350 kW erwartet, dazu eine unverzichtbare Schicht von Infrastruktur mit 700 kW und mehr f\u00fcr Langstrecken. Die Anforderungen der Nutzer drehten sich um Planbarkeit: Datenaustausch in Echtzeit, Belegungsquoten, durchschnittliche Ladeleistung pro Stunde, Sichtbarkeit gleichzeitig nutzbarer Stecker und interoperable Buchungssysteme f\u00fcr den G\u00fcterverkehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur AFIF wurde die Streichung des Stichtags im M\u00e4rz 2026 best\u00e4tigt. Die F\u00f6rderung weitet sich \u00fcber die Stra\u00dfe hinaus auf H\u00e4fen, Flugh\u00e4fen und erste Projekte zur Ammoniak-Bebunkerung aus. Auf dem Forum setzte sich AMPECO daf\u00fcr ein, dass Automobilhersteller (OEMs) ISO 15118-20 im Rahmen der EU-Typgenehmigung breiter einf\u00fchren, als Erg\u00e4nzung zu den bestehenden Anforderungen an die Ladeinfrastruktur f\u00fcr 2027.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">V2G Summit: von Pilotprojekten zu regulierten Flexibilit\u00e4tsm\u00e4rkten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission nutzte den V2G Summit in Br\u00fcssel f\u00fcr ein klares Signal: V2G r\u00fcckt von Pilotprojekten in den Kern der k\u00fcnftigen europ\u00e4ischen Flexibilit\u00e4tsm\u00e4rkte. Drei Themen standen im Vordergrund. Technische Reife gilt inzwischen als Grundvoraussetzung: Bidirektionale F\u00e4higkeit nach ISO 15118-20 ist die Basis, und fragmentierte oder propriet\u00e4re L\u00f6sungen passen nicht in Europas Flexibilit\u00e4tsarchitektur f\u00fcr 2030. V2G wird als Netzdienstleistung positioniert und nicht als Funktion f\u00fcr Verbraucher. Betreiber m\u00fcssen also dieselben Standards erf\u00fcllen wie etablierte Flexibilit\u00e4tsanbieter, einschlie\u00dflich genauer Messung, abrechnungsf\u00e4higer Telemetrie und Abstimmung mit dem Engpassmanagement der VNB. Und die regulatorische Fragmentierung bleibt das gr\u00f6\u00dfte Hindernis: Einige Mitgliedstaaten bereiten V2G-f\u00e4hige Flexibilit\u00e4tsregeln vor, w\u00e4hrend anderen Messstandards oder Rahmenbedingungen f\u00fcr Aggregatoren fehlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Positionspapier zu flexiblen Netzanschlussvereinbarungen ver\u00f6ffentlicht<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Mitglied von ChargeUp Europe unterst\u00fctzt AMPECO die j\u00fcngste Position des Verbands, der dringende Ma\u00dfnahmen auf EU-Ebene gegen Verz\u00f6gerungen beim Netzanschluss fordert, eines der gr\u00f6\u00dften Hindernisse f\u00fcr den Ausbau der E-Mobilit\u00e4t. Flexible Netzanschlussvereinbarungen (Flexible Connection Agreements, FCA) erm\u00f6glichen CPOs einen Anschluss zu variablen, kapazit\u00e4tsgesteuerten Bedingungen, statt jahrelang auf einen vollst\u00e4ndigen Netzausbau zu warten. So bleibt die Marktdynamik erhalten, und teilweise verf\u00fcgbare Netzkapazit\u00e4t kann sofort genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ChargeUp Europe fordert die Politik auf, harmonisierte EU-Leitlinien f\u00fcr FCA-Vertragsbedingungen festzulegen, gleichberechtigten Zugang durch transparente Netzanschlussverfahren sicherzustellen, VNB zur Ver\u00f6ffentlichung von Engpass- und Kapazit\u00e4tskarten mit interoperablen digitalen Prozessen zu verpflichten und Mittel f\u00fcr Telemetrie- und Steuerungssysteme der VNB bereitzustellen. Aus Sicht von AMPECO sind FCAs Br\u00fcckenmechanismen, die Projektlaufzeiten verk\u00fcrzen, die Kapitalbindung senken und Europa schneller auf Kurs f\u00fcr seine Verkehrsziele 2030 aus dem Paket Fit for 55 bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-background-default-tertiary-light-background-color has-background\">Wichtige Termine und Fristen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>3. Dezember 2025:<\/strong> Abstimmung im IMCO-Ausschuss \u00fcber die vorl\u00e4ufige MID-Einigung<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1. Januar 2026:<\/strong> Abschaffung der V2G-Doppelbesteuerung in Deutschland tritt in Kraft<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1. Januar 2026:<\/strong> Neue Regeln zur Besteuerung des Heimladens von Dienstwagen in Deutschland treten in Kraft<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1. Januar 2026:<\/strong> Vorgabe von 97 % Verf\u00fcgbarkeit in Kalifornien tritt in Kraft<\/li>\n\n\n\n<li><strong>8. Januar 2026:<\/strong> ISO-15118-2-Konformit\u00e4t f\u00fcr neu installierte \u00f6ffentliche Ladestationen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>29. Januar 2026:<\/strong> Verl\u00e4ngerte Antragsfrist f\u00fcr CALeVIP FCCP<\/li>\n\n\n\n<li><strong>14. April 2026:<\/strong> DATEX-II-Meldefrist (CEN-Standard jetzt ver\u00f6ffentlicht)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1. Juni 2026:<\/strong> Erwartete offizielle Ver\u00f6ffentlichung des MCS-Standards<\/li>\n\n\n\n<li><strong>1. Januar 2027:<\/strong> ISO-15118-20-Konformit\u00e4t f\u00fcr neue \u00f6ffentliche und private Ladestationen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie brauchen Unterst\u00fctzung bei V2G-Strategien, DATEX-II-Konformit\u00e4t oder der Planung des MCS-\u00dcbergangs?<br><a href=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/kontakt-uns\/?form_type=Regulatory%20Advisory%20Services\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.ampeco.com\/de\/kontakt-uns\/?form_type=Regulatory%20Advisory%20Services\">Buchen Sie einen Termin mit dem AMPECO-Team f\u00fcr Regulierungsfragen \u2192<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der November brachte den regulatorischen Durchbruch, auf den die Bef\u00fcrworter von Vehicle-to-Grid (V2G) gewartet haben. Der Bundestag hat eine Gesetzes\u00e4nderung beschlossen, die die Doppelbesteuerung beim bidirektionalen Laden abschafft. 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